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Krebs bei jüngeren Menschen: Welche Rolle könnte biologisches Altern spielen?

Krebs bei jüngeren Menschen: Welche Rolle könnte biologisches Altern spielen?

Krebserkrankungen bei jüngeren Erwachsenen nehmen in mehreren Ländern und Tumorarten zu. Eine große Kohortenstudie untersucht nun, ob beschleunigtes biologisches Altern einen Teil dieser Entwicklung erklären könnte.

Mehr als 150.000 junge Erwachsene untersucht

Für die im Juni 2026 in Nature Medicine veröffentlichte Studie analysierte ein internationales Forschungsteam Daten von 154.169 jungen Erwachsenen aus der UK Biobank. Zusätzlich wurden Teile der Ergebnisse in einer US-amerikanischen Kohorte überprüft.

Die Forschenden nutzten verschiedene Verfahren, um das biologische Alter zu schätzen. Dabei geht es nicht um das Geburtsdatum, sondern um messbare körperliche Veränderungen, die Hinweise darauf geben können, ob ein Organismus biologisch schneller oder langsamer altert als anhand des Kalenderalters zu erwarten wäre.

Zusammenhang mit früh auftretenden Krebserkrankungen

In der Analyse war ein stärker beschleunigtes systemisches Altern mit einem höheren Risiko für früh auftretende solide Tumoren verbunden. Besonders zeigten sich Zusammenhänge bei Lungen-, gastrointestinalen und Gebärmuttertumoren. In explorativen Analysen war eine stärkere Alterung des Immunsystems mit früh auftretendem Lungenkrebs und die Alterung des Fettgewebes mit früh auftretendem Darmkrebs assoziiert.

Assoziation ist keine Ursache

Die Ergebnisse dürfen nicht so verstanden werden, dass „schnelles Altern“ Krebs verursacht. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Biologische Alterungsmarker können vielmehr die Summe verschiedener Einflüsse widerspiegeln – etwa Stoffwechsel, Entzündungsprozesse, Lebensstil, Umweltfaktoren und weitere Belastungen.

Die Studie liefert damit einen interessanten Ansatz für die Forschung zu sogenannten Early-Onset-Krebserkrankungen. Ob biologische Alterungsmarker künftig tatsächlich zur Prävention oder Risikoeinschätzung eingesetzt werden können, muss in weiteren Studien geklärt werden.

Was bedeutet das für die Prävention?

Für den einzelnen Menschen lässt sich aus einem biologischen Alterstest derzeit keine zuverlässige individuelle Krebsprognose ableiten. Etablierte Vorsorge- und Früherkennungsangebote sowie bekannte beeinflussbare Risikofaktoren bleiben entscheidend. Die neuen Daten zeigen jedoch, warum Forschung zu Stoffwechsel, Immunsystem und biologischem Altern für die Krebsprävention zunehmend interessant wird.

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Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. MEDLIFE-EUROPA trennt redaktionelle Einordnung und Werbung.

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